Baden

Baden hat seinen Namen von der Burg Baden im Oostal und wird schon seit dem 11. Jahrhundert vom Geschlecht der Zähringer regiert. 1535 spaltete sich Baden in zwei Linien. Die Teilung des Landes erfolgte zwischen den Söhnen Christophs, Ernst (Baden-Durlach) und Bernhard (Baden-Baden). Unter Ernsts Sohn Karl II. wird Baden-Durlach protestantisch. Nach dem Aussterben der Linie Baden-Baden fiel 1771 ganz Baden an Baden-Durlach.

Baden (Baden-Baden und Baden-Durlach) gehörte zum Schwäbischen Keis, der unter der Führung Württembergs 96 verschiedene Staaten umfasste. Die Einteilung des Reiches in sieben Kreise war der (untaugliche) Versuch anfang des 16. Jahrhunderts, das auseinanderstrebende heilige römische Reich zusammenzuhalten. Der Wappen des Schwäbischen Kreises mit seinen drei Löwen entspricht dem heutigen baden-württembergischen Wappen. (Der Niedersächsische Kreis war Namensgeber für das 1947 aus preußischen überresten gebildete Bundesland). 1715 verlegte Karl III. Wilhelm die Residenz aus Durlach ins dafür neu gegründete Karlsruhe.

Der Aufstieg zum Großherzogtum

Die Markgrafschaft Baden profitierte in besonderer Weise von den guten Beziehungen zu Napoleon. In zwei Schritten vergrößerte sich das badische Gebiet. 1803 erhielt Baden durch den Reichsdeputationshauptschluss u. a. die rechtsrheinischen Teile des Fürstbistums Speyer und der Kurpfalz, von der es auch die Kurwürde erhielt. Von 1803 bis 1806 war Baden Kurfürstentum.Infolge der Neuverteilung der Kurwürde auch andernorts, hatte Habsburg, das seit 1428 (Albrecht II.) den Kaiser stellte, keine Mehrheit mehr. Am 12.06.1806 bildet Baden zusammen mit 15 weiteren Gebieten den Rheinbund, eine Ansammlung von französischen Vasallenstaaten, die mit der Aufnahme in den Bund gleichzeitig ihre Unabhängigkeit vom Reich verkünden. Kaiser Franz II. löste das Reich daher am 06.08.1806 auf, indem er alle Mitgliedsstaten von sämtlichen Pflichten gegenüber dem Reich entband.
Ebenfalls 1806 verlor Österreich die Vorderösterreichischen Lande um Freiburg, die ebenfalls an Baden fielen. Baden hat seither etwa 15 000 km2 Fläche und wurde von Napoleon zum Großherzogtum befördert.

Das Großherzogtum Baden

Nach 1815 war Baden Mitglied im Deutschen Bund, jedoch blieben in Baden weiterhin die Einflüsse der französichen Revolution spürbar. 1818 erhielt Baden eine geschriebene Verfassung mit Zweikammerparlament. 1848 ereignete sich in Baden die einzige geglückte Revolution in Deutschland, die nur von außen (Preußen) niedergeschlagen werden konnte. Die Großherzöge führten von dortan eine recht preußenfreundliche Politik, unterstützten jedoch im Deutschen Krieg 1866 die österreichische Seite.

Das großherzoglich-badische Wappen in unserem Heimatmuseum.



Am 15.11.1870 trat Baden dem Norddeutschen Bund bei, der sich zwei Wochen später in Deutsches Reich umbenannte.

Die badischen Großherzöge:
Karl Friedrich
wurde 1803 Kurfürst und 1806 Großherzog.
22.11.1728 bis 10.06.1811
War ab 1738 Markgraf von Baden, unter seiner Regierung vergrößerte sich Baden um ein Vielfaches
Karl
08.06.1786 bis 08.12.1818
Namensgeber von Karlsdorf
Ludwig I.
09.02.1763 bis 30.03.1830
Onkel von Karl
Leopold I.
29.08.1790 bis 24.04.1852
Ludwig II.
1824 bis 20.01.1858
(entmündigt)
Friedrich I.
09.09.1826 bis 28.09.1907
(seit 1852 Prinzregent)Verfolgte eine liberale aber preußenfreundliche Politik
Friedrich II.
09.07.1857 bis 09.08.1928
setzte die liberale Politik seines Vaters fort und war letzter Großherzog von Baden, er dankte am 22.11.1918 ab
 

Version 6.223 vom 21.11.2017 © Heimatverein Karlsdorf 2017